2021 gesammtweltcupSo lässt sich meine Gemütsverfassung am Tag nach dem Weltcupfinale auf der Lenzerheide zusammenfassen. Rang zwei im Gesamtweltcup und in den Disziplinenwertungen Riesenslalom und Super-G, die ersten zwei Siege im Riesenslalom, ein weiterer Sieg im Super-G, insgesamt neun Podestplätze: Eine grossartige Saison steht kurz vor dem Ende. In den kommenden Wochen stehen die Schweizermeistschaften und anschliessend Skitests auf dem Programm. Nach den Trainings in St. Moritz brauche ich erst einmal Ferien, um diese Saison mental und körperlich zu verarbeiten. 

Noch fehlt mir ein wenig die Distanz, um meine Leistung richtig einordnen zu können. Zu müde und erschöpft bin ich nach dieser in vielerlei Hinsicht aussergewöhnlichen Saison. Rechnet man bei den Riesenslaloms beide Läufe und nimmt man die Trainingsfahrten bei den Abfahrten hinzu, stand ich diese Saison im Weltcup und an den Weltmeisterschaften annährend 50 Mal wettkampfmässig im Starthaus – in Kitzbühel verbrachte ich dort gar mehrere Stunden, ehe die Abfahrt unmittelbar vor meinem Start wetterbedingt abgebrochen wurde… Zuletzt kam dann noch die gesamte Anspannung und der Rummel um meine Person im Zusammenhang mit dem Weltcupfinale auf der Lenzerheide hinzu. Die beiden abgesagten Speed-Rennen, das lange Warten auf meinen ersten Einsatz und dann das letztlich enttäuschende Abschneiden im letzten Riesenslalom dieser Saison bei schwierigen Bedingungen: Dies alles kostete unglaublich viel Substanz und Energie nach dieser ohnehin schon anstrengenden Saison.

Derzeit bin ich einfach nur müde und froh, dass die Saison in Kürze zu Ende ist. Ein Blick auf die Riesenslalom-Resultate dieses Winters genügen, um mich aufzuheitern. Meine ersten beiden Siege und insgesamt sechs Podestplätze stehen auf meinem Wettkampfblatt im Riesenslalom.

erfolge riesenslalom 2021

Mein Sieg im Super-G in Saalbach wie auch mein 2. Lauf im Riesenslalom von Kranjska Gora, der gleichbedeutend war mit meinem zweiten Riesenslalom-Sieg im Weltcup, gehören zu den absoluten Höhepunkten meiner bisherigen sportlichen Karriere.

Letztlich sind es aber auch Erfahrungen wie an den Weltmeisterschaften in Cortina und der unglückliche Abschluss auf der Lenzerheide, die mich als Sportler und auch als Mensch weiterbringen. Das Beispiel von Alexis Pinturault zeigt, wie hart und entbehrungsreich der Weg zum Sieg des Gesamtweltcups sein kann. So viele Male stand er kurz vor diesem Ziel. Alexis hat den Gesamtweltcup verdient gewonnen. Auch an dieser Stelle möchte ich Alexis noch einmal ganz herzlich gratulieren. Allgemein gilt: Wer den Gesamtweltcup gewinnt, ist kein Zufallssieger. Es braucht hierfür eine unglaubliche Konstanz auf höchstem sportlichem Niveau. Persönlich steht für mich der Gesamtweltcupsieg an erster Stelle in meiner sportlichen Wertung, noch vor einem Titel an den Weltmeisterschaften oder den Olympischen Spielen. Mit 23 Jahren habe ich noch einige Jahre vor mir, um dieses ambitiöse Ziel zu erreichen. Das Ziel so nah vor meinen Augen, werde ich im Sommer noch härter arbeiten, um dieses Ziel eines Tages zu verwirklichen.

Gesundheit ist das Wichtigste

Ende Saison bin ich dankbar, dass ich diese ohne Verletzung überstanden habe. Als Leistungssportler gehen wir in jedem Rennen an unsere körperlichen Grenzen, manchmal auch darüber hinaus. Als Sportler bewegen wir uns dabei auf einem sehr schmalen Grat, was nicht zuletzt auch wieder die verheerenden Stürze in Kitzbühel gezeigt haben, bei dem mein Team- und Jasskollege, Urs Kryenbühl, nach seinem grossartigen Saisonstart schwer stürzte und seine Saison beenden musste. Die Veranstalter, die Rennverantwortlichen und nicht zuletzt der Pistenzustand entscheiden letztlich auch über unsere Gesundheit.

Eine besondere Saison liegt angesichts der weltweiten Corona-Pandemie hinter uns. Um Athleten und Betreuer bestmöglich zu schützen, die Reisetätigkeiten zu reduzieren und auch die Kosten für die Teams und Organisatoren zu minimieren, kam es im Vorfeld dieser Saison zu einer umfangreichen Anpassung im Wettkampf-Kalender. Im Rückblick lässt sich festhalten, dass die Schutzkonzepte der FIS und wie auch von Swiss Ski gut funktioniert haben. Die beiden Verbände haben mit grosser Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auf diese Herausforderung reagiert und diese bravourös gemeistert. Für den Skisport und uns Athleten war es unglaublich wichtig, dass diese Saison trotz Corona stattfinden konnte. Persönlich habe ich Ende des vergangenen Jahres eine Corona-Erkrankung ohne grössere Symptome überstanden. Als Skifahrer leben wir während der Saison in einer Art Blase, nicht nur wegen des pandemiebedingten Schutzkonzepts. Der Fokus richtet sich während den Wintermonaten ganz auf den Sport und das jeweils nächste Rennen. Ich bin mir aber sehr wohl bewusst, in welch privilegierter Situation wir als Sportlerinnen und Sportler leben und dass die Realität weltweit für viele Menschen auch nach über einem Jahr Pandemie überaus schwierig ist. Auch ich sehne mich nach Normalität und hoffe, dass wir gegen Ende dieses Jahres wieder schrittweise in die Normalität zurückkehren werden.

Vertragsverlängerung mit Stöckli

2020 SantaCaterina StoeckliDiese Saison war für mich ein einziges emotionales Feuerwerk mit unzähligen Höhepunkten. Viele Unternehmen und Menschen haben im Hintergrund die Grundlagen für diese Erfolge geschaffen. Ohne sie wären diese Erfolge nicht möglich gewesen. Ich danke meinem Hauptsponsor Helvetia Versicherungen, der mich nun bereits in der vierten Saison unterstützt. Stöckli Ski und mein Servicemann Chris Lödler haben in diesem Winter einmal mehraussergewöhnliche Arbeit geleistet. Ich freue mich sehr, dass mein Service-Team von Stöckli nach der Verletzung von Ivo Zihlmann wieder komplett ist und ich wieder auf ihn zählen kann. Seit 13 Jahren gehen wir – Stöckli und ich – gemeinsam unseren Weg, der uns bis auf Rang 2 im Gesamtweltcup geführt hat. Umso mehr freue ich mich über die jüngste Vertragsverlängerung mit dem Schweizer Skihersteller. Ich danke meinem Hauptsponsor Helvetia Versicherungen und all meinen Premium Sponsoren wie Red Bull, Longines, Titlis Bergbahnen, Garaventa, NeoVac, Raiffeisen, Descente, Electrolux, Intercheese AG, Savida, Syntax, Nature Valley, Alpinlift, Vitabad und Reusch für ihre grosszügige Unterstützung. Mit dem OYM stehen mir erstklassige Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Nicht zuletzt gebührt mein Dank Swiss Ski, meinem ganzen Trainer- und Betreuerteam, meinem Physioteam, meinem Masseur, meiner Mentaltrainerin, meinen Team-Kollegen- und Kolleginnen, meinem Management, meinen Eltern und meiner Familie für ihren grossen Einsatz. Grossen Dank auch meinem Fanclub, allen Skifans sowie den Medien für die Unterstützung! Die Saison 2020/21 ist vorbei. Die Saison 2021/22 kann kommen.

Euer Marco

 

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