sportsawards 2022Bereits stehe ich wieder mitten in der neuen Saison. Am Samstag gelang mir mit dem Sieg auf der «Face de Bellevarde» in Val d’Isère der elfte Podestplatz in Serie. Und nun folgte gestern Sonntag eine zusätzliche Auszeichnung. Nach 2021 wurde ich von Swiss Olympic, den Athletinnen und Athleten, Medien und Fans zum zweiten Mal zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Es macht mich sehr stolz und ich empfinde es gleichzeitig als grosse Ehre, gemeinsam mit Simon Ehammer und Beat Feuz auf dem Sports Awards-Podest zu stehen.

sportsawards2022 marco2Der Olympiasieg im Riesenslalom, der Gesamtweltcupsieg und die kleine Kristallkugel im Riesenslalom liegen bereits einige Monate zurück. Umso schöner war es, mir im Rahmen der Sports Awards noch einmal die Erlebnisse der vergangenen Monate vor Augen zu führen und zu verinnerlichen. Die Saison ist noch lang und anstrengend. Solche Bilder und Emotionen werde ich in den kommenden Monaten gut brauchen können. Diese Unterstützung ist extrem schön. Es freut mich, dass wir so viele Emotionen teilen können mit den vielen Sportfans zuhause. Herzlichen Dank an alle, die ihre Stimme für mich abgegeben haben. 

Hinter jedem Skirennfahrer steht ein grosses Team, welches diese Erfolge erst möglich macht. An erster Stelle möchte ich hier meine Eltern, meine Familie und meine Freundin Stella nennen, denen ich in vielerlei Hinsicht äusserst dankbar und verbunden bin. Damit ein junger Nachwuchsfahrer oder eine junge Nachwuchsfahrerin es in den Ski-Weltcup schafft, braucht es Eltern, die bereit sind, auf vieles zu verzichten. Meine Eltern haben viel Zeit, Energie und auch Geld in meine Karriere in jungen Jahren investiert. Gleichzeitig waren und sind sie aber auch in erster Linie Eltern und haben mein Wohl stets an erster Stelle, noch vor den sportlichen Erfolg, gestellt. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. 

Im Weiteren braucht es ein sportliches Umfeld, das es einem jungen Fahrer ermöglicht, Schritt für Schritt weiter nach vorne zu kommen. Dies beginnt bei meinem Skiclub Hergiswil, den ersten Trainern, die ich damals hatte, bis hin dann zu den Trainern von Swiss Ski in den verschiedenen Nachwuchskadern bis heute zur Nationalmannschaft. Es braucht Top-Material und unzählige Menschen, die im Hintergrund in der Stöckli-Skimanufaktur in Malters daran arbeiten, dass ich am Renntag optimales Material an den Füssen habe. Ausdruck dieser erfolgreichen Zusammenarbeit ist auch die Vertragsverlängerung zum Saisonstart um weitere vier Jahre. Meine Erfolge sind also Swiss Made in jeder Hinsicht. Besonders danke ich dem CEO von Stöckli, Marc Gläser, Chefentwickler Mathieu Fauve und Rennsportleiter Beni Matti. Im Service-Raum sorgen Chris Lödler und Ivo Zihlmann dafür, dass ich immer perfektes Material an den Füssen habe. Mit meinem Servicemann Chris arbeite ich bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Ivo testet meine Skier bei Stöckli. 

Es braucht Sponsoren, die teilweise schon viele Jahre an mich und mein Potenzial glauben. Ich denke da besonders an meinen Hauptsponsor Red Bull. Ich danke dem Verband, Swiss Ski, mit dem ganzen Trainer- und Betreuerteam, das mich in den vergangenen Monaten optimal unterstützt hat. Weiter erwähnen möchte ich mein langjähriges Management, das in der Person von Michael Schiendorfer dafür sorgt, dass ich mich ganz auf die sportlichen Belange konzentrieren kann. Letztlich sind es aber die Fans, die es mir erlauben, denn Skirennsport, meine grosse Leidenschaft, auch als Beruf ausüben zu können und die mich auch am Sonntag einmal mehr bei der Wahl zum Sportler des Jahres unterstützt haben. Mein Empfang nach dem Gesamtweltcup- und Olympiasieg in meiner Heimat Buochs werde ich noch lange in Erinnerung behalten. Mein Fanclub, der von meinem Onkel und Götti Paul Odermatt präsidiert wird, leistet grossartige Arbeit und es ist eine Freude, im Ziel jeweils all die Transparente mit meinem Namen zu sehen und diese grosse Unterstützung und so viel Wohlwollen zu spüren. Das Fanclubfest in Hergiswil vom Mai dieses Jahres mit über 600 Teilnehmenden ist mir noch immer in lebhafter Erinnerung. In diesem Sinne freue ich mich bereits wieder auf die Rennen in Adelboden und in Wengen, wo ich im Ziel von einheimischem Publikum empfangen werde. Dies schenkt mir sehr viel Kraft und Zuversicht. Letztlich ist Erfolg auch in einem Einzelsport ein Mosaik oder ein Puzzle, das aus vielen – teilweise auch unscheinbaren, aber unverzichtbaren – Einzelteilen besteht, die für das Gesamtbild optimal zusammengefügt werden müssen. Herzlichen Dank an alle, die zu dieser Wahl und Leistung beigetragen haben.

Nun geht es heute bereits weiter im Ski-Weltcup. Die strengste Woche des Jahres wartet auf mich, mit fünf Rennen in fünf Tagen, ehe ich dann einige ruhige Tage über Weihnachten geniessen kann.

(Fotos: Benjamin Soland)

 

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