groeden2022Nach der Super-G-Absage vom Freitag, waren es am Schluss drei Podestplätze in vier Rennen in fünf Tagen – eine mental und körperlich äusserst intensive Zeit liegt hinter mir. Zumal diese Tage noch eine geographische Verschiebung von Gröden nach Alta Badia und auch noch eine Umstellung von Abfahrts- auf die Riesenslalom-Skier beinhalteten.

Rang 2 zum Auftakt in der verkürzten Abfahrt in Gröden am Donnerstag bedeutete für mich die wohl grösste Überraschung dieses Jahres. Ein weiterer zweiter Platz in einer Abfahrt, ein weiteres Mal trennten mich nur wenige Hundertstel vom ersten Sieg in dieser Disziplin. Materialmässig sind wir ein Risiko eingegangen. Mein Servicemann Chris hat mich überzeugt, ein neues Set-up auszuprobieren, das wir so zuvor noch nie eingesetzt hatten. Mit nur 11 Hundertstel Rückstand auf Vincent Kriechmayr beendete ich das Rennen auf Rang zwei. Insbesondere die Schlüsselstelle «Ciaslat» ist mir sehr gut gelungen. Die verkürzte Abfahrt kam mir als guter Starter natürlich ein wenig entgegen. Dennoch hätte ich eine solch gute Platzierung in Gröden nicht erwartet. Nach der witterungsbedingten Absage des Super-G, stand am Samstag das Rennen auf der Originalstrecke auf dem Programm, das ich auf Rang 7, 0.92 hinter dem Sieger Aleksander Aamodt Kilde beendete. Damit endete auch meine Podiumsserie – von zuvor zwölf Podestplätzen in Folge, was nicht weiter schlimm ist. Jede Serie reisst irgendwann. Ich habe im oberen flachen Teil ein wenig zu viel Zeit verloren, es fehlten mir da einige km/h, auch die «Ciaslat» habe ich nicht mehr ganz so gut erwischt wie noch am Donnerstag. Ich bin dennoch sehr zufrieden mit diesem Resultat. Es zeigt, dass Podestplätze auch für mich keine Selbstverständlichkeit sind, sondern in jedem Rennen hart erkämpft werden müssen.

altabadia2022Der Riesenslalom-Hang von Alta Badia ist der wohl anspruchsvollste im Weltcup. Am Samstag stand ich in Gröden noch auf den langen Abfahrtsskier, auf einer Strecke, die Gleiterqualitäten erfordert. Am Sonntag – nur wenige Stunden später – wurde ich in Alta Badia im ersten Lauf mit einem extrem drehenden Kurs im Riesenslalom konfrontiert. Diese Umstellung war definitiv eine Herausforderung und wohl der grösste Kontrast, mit dem ich im Weltcup bisher konfrontiert war. Im ersten Lauf ging ich zudem noch als Erster auf die Piste und wurde dabei mit Rang 9 und über 1.4 Sekunden Rückstand ein wenig unter meinem Wert geschlagen. Mit einem rennmässigen Riesenslalom-Lauf in den Beinen fand ich dann im zweiten Lauf mit der zweitbesten Laufzeit zu meiner gewohnten Stärke zurück. Den Podestplatz hatte ich noch nicht abgeschrieben. Dass ich dann am Ende als Dritter nur zehn Hundertstel vom Sieg entfernt war, hat mich dann doch überrascht. Zumal ich im mittleren Teil noch einen Fehler hatte, der mich einige Zehntel gekostet hatte. Damit stand ich auch im zwölften Riesenslalom in Folge (inkl. Olympia) auf dem Podest.

Im zweiten Riesenslalom innerhalb von 24 Stunden auf der Gran Risa war der Kopf noch ein wenig müder als die Beine. Es war ein grosser Kampf, vor allem im zweiten Lauf. Der erste Lauf ist mir sehr gut gelungen. Ich konnte wieder voll Vertrauen angreifen und stand nach dem ersten Lauf auf Rang 1 mit sechs Zehntel Vorsprung auf Henrik Kristoffersen. Die Beine wurden in der Pause zwischen dem ersten und zweiten Lauf immer müder und es fehlte mir bereits am Start die Energie. Im schneller gesteckten zweiten Lauf ging ich dann noch einmal mental und körperlich an meine Grenzen und fuhr meinen zehnten Riesenslalom- und fünfzehnten Weltcupsieg und meinen zweiten Sieg auf der Gran Risa ein. Die Erleichterung über meinen dritten Riesenslalom-Sieg in dieser Saison ist entsprechend gross. Nun verabschiede ich mich eine kurze Weihnachtspause und wünsche allen frohe und schöne Weihnachten.

 

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