Zum Jahresende wurde es mit der Abfahrt und dem Super-G in Bormio noch einmal richtig schwierig. Die Abfahrt, die ich schliesslich auf Rang 4 beendete, war etwas vom Schwierigsten, was ich jemals gefahren bin. Bereits auf den ersten 30 Fahrsekunden handelte ich mir einen Rückstand von 73 Hundertstel ein. Im Ziel war ich dann aber doch ein wenig überrascht vom grossen Rückstand auf den späteren Sieger Vincent Kriechmayr.
Am Tag danach beim Super-G passte dann alles zusammen, auch das Set-up des Materials. Bei der Abfahrt war dies noch nicht optimal. Es fühlte sich so an, als ob ich immer einen Schritt zu spät kommen würde. Die Pista Stelvio forderte von uns Fahrern erneut alles. Beim Super-G gelang mir dann mit Ausnahme eines kleinen Fehlers im oberen Streckenteil eine perfekte Fahrt und ich gewann das Rennen mit einem Vorsprung von über einer halben Sekunde auf Vincent Kriechmayr. Umso schöner war es, dass mit Loïc Meillard ein weiterer Schweizer auf das Podest fuhr. Letztlich war ich froh, dass ich dieses Rennen nicht ein zweites Mal fahren musste. Eine solche Fahrt wäre mir wohl kaum ein zweites Mal gelungen. Die Piste war erneut pickelhart und eisig. Mit einem Sieg dieses aussergewöhnliche Jahr 2022 zu beenden, das mir so viele Erfolge und Emotionen gebracht hat, fühlt sich grossartig an.
Nun hatte ich einige Tage über Neujahr Zeit, um mich für die zweite Saisonhälfte im neuen Jahr zu erholen und vorzubereiten. Nun wartet der Januar mit all den Klassikern auf mich. Meine Vorfreude ist entsprechend gross. Den Auftakt macht der Riesenslalom in Adelboden. Nach den frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage stehen die Leute in Adelboden vor einer grossen Herausforderung. Aber ich bin zuversichtlich, dass sie dies letztlich packen werden. Ich denke immer noch mit Gänsehaut an meinen letztjährigen Sieg zurück. Adelboden wird immer ein spezielles Rennen für mich bleiben und dieser erste Sieg wird immer einen besonderen Platz in meiner Karriere einnehmen.





